Woman Sock

Rucksackfasnet 2004

19.02.2004 - Schwäbische Zeitung

RIESENSTIMMUNG BEI DEN GAGGERERN

Wald.
Am Siedepunkt war die Stimmung bei der traditionellen Rucksackfasnet am Dienstag. Die Gaggerer servierten den begeisterten Gästen einen spritzigen Programmpunkt nach dem anderen.

Mit vollbepackten Rucksäcken hatte sich das närrische Völkchen zu diesem Geheimtipp unter den örtlichen Fasnetsveranstaltungen auf den Weg gemacht. Gilt doch bei der Rucksack-Fasnet, dass es absolut nix zu kaufen gibt. Wer aus Unwissenheit nichts dabei hat, ist auf "Nächstenliebe" und "Mitleid" der anderen Gäste angewiesen. Gegeizt wird aber bei der Rucksackfasnet nie. Immerhin 510 Kilogramm hatten die Besucher ins Feuerwehrhaus geschleppt, wie die alljährliche Schätzfrage ergab. Den Auftakt machte Andrea Bogner-Unden mit einer gymnastischen Aufwärmübung für alle. Gar nicht so einfach, denn das nahe Beieinander gilt als Markenzeichen der beliebten Veranstaltung. Als Köche präsentierten sich "s'Lümple + s'Stümple", die allerlei erotische Verwechslereien servierten. Stefanie Lernhart, die gekonnt "Weiß der Geier" anstimmte, erwies sich als Nachwuchstalent, bevor "Nachrichtensprecher" Herta Lernhart brisante und hochnotpeinliche Themen aus dem örtlichen Geschehen publik machte.

Frank Krall als Koch kredenzte ebenso wie Helga Merk als "weißes Huhn" ein bissiges Süppchen mit Zutaten aus Gemeindepolitik und geheimsten privaten Vorkommnissen. Wegen des unerfreulichen Weiheranblicks, der, wie auch das verschlossene Friedhofstor, für viel amüsanten Stoff sorgte, verschlug es die Lästermäuler Lydia Fox, Fidelia Restle und Christel Erath aufs Friedhofsbänkle, wo sie höchst pointenreich Bürgermeister und Mitbürger ins närrische Visier nahmen.

Ein Männerballett in zarten Tüll-Tutus und der Auftritt der Guggenmusik brachten die Stimmung vollends zum Sieden. Mit losem Mundwerk führte Clemens Veeser, der das Amt des Gaggerer-Präsidenten von Gerhard Lohr übernahm, durch den herzhaften Abend.