Woman Sock

Rucksackfasnet 2006
23.02.2006 | Südkurier

ES KOSCHT NIX UND ES GIBT AUCH NIX
"Gaggerer" küren bei der Rucksackfasnet den Obernarren - Gelungene Auftritte im Feuerwehrhaus

Wald - Zum "Obernarr" der Gemeinde Wald haben die "Gaggerer" Stefan Vollmer von den Waldgeistern ernannt. Unter den fünf Narrenvereinen der Gemeinde setzte er sich im närrischen Wettstreit gegen seine Kollegen von den Auenbachteufeln, Riedrätschern, Rällekopf und Brückeler durch. "Rapunzel" Andrea Bogner-Unden hieß im Feuerwehrhaus zur 16. Rucksackfasnet der Gaggerer willkommen. "Wir lassen den Märchen-Wald wieder aufleben", versprach sie.

Den Anfang machte Clemens Veeser als ein in die Jahre gekommenes Schneewittchen mit grauem Haar. "Was damals war und heut' noch ist", lautete sein Rückblick. Gerhard Lohr habe damals die Idee zu einem Rucksackball gehabt: kein Eintritt, nix verkaufen. Beifall gab's für Helga Merks Loblied auf die "Frauen über 50", die beim Vergleich mit den Männern himmelhoch überlegen sind. Von Steffi Lernharts Gesang waren die Gaggerer so begeistert, dass sie im Laufe des Abends feierlich als neues Mitglied, sprich Hühnchen, aufgenommen wurde. "Ein Mann in Lederhosen muss es sein", war ihre Bitte. Und etwas später sang sie vom "Zauber von Afrika". Mit Witzen überbrückte Gaggerer Clemens die Wartezeiten zwischen den Auftritten. Keiner nahm ihm das ab, wenn er bei einigen "besonders gelungenen" Gags behauptete: "Normal bin ich nicht so!"

Einen närrischen Wettstreit lieferten sich die Mitwirkenden
bei der Malteser Rucksackfasnet in Wald.

"I hope you verstand mi", hoffte Frank Krall, frisch vom Englischkurs gekommen. Schwierig gestaltete sich jedoch der Kauf eines stinknormalen Kittels. Im Laden gab es nur Indoor- oder Outdoor-, Long- oder Shortjackets, Blazer oder Lumber. Schließlich entschied er sich für einen Kittel für dahoim, eben ein "Hoim-Room-Jacket". Da kam Stimmung auf, als Boris Wenzel, Uwe Längle und Clemens Veeser als singende Zwerge auftraten, denn jeder Bauch ist eben einmalig.

Räuber Hotzenplotz Herta hatte es recht schwer, in Wald Beute zu machen. Es gibt fast nichts. Hier hat nicht einmal jeder Feuerwehrkommandant ein Feuerwehrhaus. Einem Jogger haben sie das Fahrrad geklaut und einer Kundin hat die Bank die EC-Karte nach vier vergeblichen Versuchen, an Geld zu gelangen, einfach gesperrt.

Die "Drei vom Weiherbänkle" waren in diesem Jahr nur zwei. Als Ein-Euro-Jobber der Gemeinde waren sie über Klatsch und Tratsch bestens informiert. Auf ihre Schneeschippe nahmen sie manchen Mitbürger, nicht aber die vom Rathaus. Beifall spendete das Publikum den beiden für das fachgerechte Öffnen einer Bierflasche mit Bügelverschluss. Dann wollen sie noch einen "Hahn vom SÜDKURIER" im Weiher entdeckt haben. In Riedetsweiler wolle man gar das Feuerwehrhaus abbrechen, weil alle Mitglieder aus der Wehr ausgetreten sind. Von den Walbertsweiler Feuerwehrleuten war nur zu vernehmen, dass sie aus- und eintreten. Mehr wollten die "Ein-Euro-Jobber" nicht verraten.

Einen Rucksack voller Überraschungen, vom Lamm-Wirt gepackt, gewann Michaela Fischer. Sie hatte das Gewicht des mitgebrachten "Vespers" aller Besucher mit 446 Kilogramm bis auf ein halbes Kilogramm exakt erraten. Den Abschluss des gelungenen Programmes bildete die Walder Guggenmusik "Let's Fetz" mit wahrlich fetziger Musik.

Gudrun Beicht