WALD - Die Erkältungswelle hat die Reihen der Gaggerer bei der diesjährigen Rucksackfasnet stark gelichtet. Dem Erfolg des Abends tat dies keinen Abbruch, auch wenn einige Programmpunkte deshalb ausfallen mussten. "Ich war mir nicht sicher", sagte Gaggerer-Präsident Clemens Veeser in seiner Begrüßung, "entweder es kommen ganz wenige, weil alle krank sind, oder es kommen ganz viele, weil der Bürgerball ausfällt." Tatsächlich war es so wie immer. Das Feuerwehrhaus war rappelvoll, ein Durchkommen zwischen den Tischreihen ausgeschlossen und die Stimmung perfekt. Was die Gäste in diesem Jahr weitgehend missen mussten, waren die Büttenredner, die das lokale Geschehen, die Kommunalpolitik oder die ganz persönlichen Pannen der Prominenz mit spitzer Zunge ans Tageslicht beförderten und in der Vergangenheit für den besonderen Biss sorgten.
Junge Frau zeigt Raffinesse
Den Auftakt machte Gesangstalent Steffi Lernhart, die mit dem "Fliegerlied" für gute Laune sorgte. Der "Polizistensketch" von Fidelis, Nicole und Reiner Krall, für den eigens ein kunstvolles hölzernes Fahrzeug auf die Bühne gehievt wurde, brachte mit viel Witz die Raffinesse einer jungen Verkehrssünderin ans Tageslicht. Während sie den ehrgeizigen Nachwuchspolizisten mit einem stattlichen Sündenregister aus der Fassung brachte, genügte beim älteren routinierten Kollegen ein charmantes Lächeln, um die Geschwindigkeitsübertretung ungeschehen zu machen.
Frank Krall schilderte in der Bütt in wohlgereimten Versen, "Junge, Junge, was kochst du morgen" seine nicht gerade erfreulichen Küchenerfahrungen und Reiner Krall veranstaltete mit Tobias Homberger alias Herr Küppers, dem Mann für die "Rollenverteilung", ein Quiz, das das komödiantische Talent beider Akteure unter Beweis stellte. Als Chefarzt im Irrenhaus startete Ute Hotz-Straub einen Frontalangriff auf die Lachmuskeln und ein Gesangsquintett mit Anton Hübschle, Egon Ostermaier, Klaus Braun, Fidelis Krall und Wolf-Dieter Kolb dichtete nicht nur die nagelneue Walder Hymne tüchtig um, sondern frotzelte auch noch tüchtig über Achmeds "Kebabstand auf dem flachen Land".
Wie es vor 800 Jahren war
"Wie es vor 800 Jahren war" titelte ein Beitrag von Clemens Veeser, der sehr amüsant das örtliche Handwerk mit all seinen wohlbekannten Unzulänglichkeiten ins Mittelalter zurückversetzte. Fazit: Es war damals auch nicht anders als heute. Mit einem schokoladigen Becherchen voller Eierlikör und einer feierlichen Zeremonie nahmen die Gaggerer schließlich "die spritzige Ute" und "Techniker Frank" in ihre Reihen auf. Drei närrische Beiträge zum Programm der Rucksackfasneten hatten die beiden für diese hohe Ehre würdig gemacht. Einen Minimalrucksack "mit beachtlichem Inhalt", gestiftet vom Lamm-Wirt, durfte Martina Walter von den Pfullendorfer Hänsele in Empfang nehmen. Sie hatte das Gewicht des von den Besuchern mitgeschleppten Vespers, "zom Kaufa geits bei der Rucksackfasnet nix", am nächsten geschätzt.Durch den Abend führte Clemens Veeser, der wieder aus dem großen Fundus seiner immer knapp unterhalb der Gürtellinie und haarscharf an der Frauenfeindlichkeit vorbei angesiedelten Witze schöpfte. Musik gab es natürlich auch: Der Walder Musikverein sorgte mit einem beachtlichen Repertoire an Stimmungsmusik für regelmäßige Schunkelrunden und närrische Gemütlichkeit.